Das Museum ist geöffnet!

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Keine Maskenpflicht im Museum!
Wir empfehlen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.



 

Anlässlich der diesjährigen Schwedenspiele der Volksspielgruppe Altenerding präsentiert der Historische Verein Alt-Tilly aus Altötting in Zusammenarbeit mit dem Museum Erding vom 2. bis 24. Juli eine thematisch passende Sonderausstellung im Frauenkircherl am Schrannenplatz in Erding: Sie bietet Einblicke in die Ursachen und Geschehnisse des Dreißigjährigen Kriegs (1618 bis 1648).

Dazu werden eine große Anzahl von Exponaten die schrecklichen Jahre zwischen 1632 und 1634 sowie 1646 bis 1648 veranschaulichen, in denen die Kriegswirren die Region um Erding heimsuchten und die Stadt sowie viele weitere Ortschaften in Südbayern teilweise mehrmals verwüsteten.

Die Ausstellung ist donnerstags bis samstags von 12 bis 20 Uhr und sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist frei!

Neben mehr als 30 Bildern, Kupferstichen, Drucken und Gemälden zeigt die Wanderausstellung viele weitere Exponate: Außer Hellebarden und sogenannten Bauernwaffen werden Musketen, Kanonen, Mörser und weiteres zeitgenössisches Kriegsgerät ausgestellt. Des Weiteren werden mehrere lebensgroße Figuren von Soldaten und Marketenderinnen sowie Rüstungen und weitere Ausrüstungsgegenstände präsentiert. Ergänzend wird das Thema Gerichtsbarkeit im 17. Jahrhundert in einer separaten „Folterkammer“ erklärt.

„Bet´, Kindlein bet´, morgen kommt der Schwed!“, so lautete damals ein zeitgenössischer Spruch, der Schrecken, Ängste und Gräueltaten dieses mitteleuropäischen Religionskriegs zwischen Katholiken und Protestanten widerspiegelt. Den Unterlagen aus dem Stadtarchiv Erding zufolge überstanden 1648 nur sieben Bürgerhäuser in der Stadt die drei Verwüstungen. Das mittelalterliche Erscheinungsbild Erdings war nach dem Krieg bis auf Türme, Stadttore und Stadtmauer fast vollständig ausradiert. Es folgte eine entbehrungsreiche Zeit des Wiederaufbaus, dessen partiell erhaltene Bausubstanz und Fassaden das historische, größtenteils jedoch frühneuzeitliche Stadtbild Erdings bis heute prägen.

Der Historische Verein Alt-Tilly Altötting, der Leihgeber der Wanderausstellung, gründete sich 2004. Der Vereinsname leitet sich vom Leibregiment des Reichsgrafen Johann Tserclaes von Tilly (1559 bis 1632) ab. Der Verein betont die lebenslange Verbundenheit Tillys mit Altötting, wo der Feldherr auch begraben ist.


7. Archäologisches Sommer-Symposium im Museum Erding

Samstag, 16.07.2022, 10 bis 18 Uhr

Ausgegraben: „Datenträger“ aus Erdings Frühgeschichte – Aktuelles aus dem Forschungsprojekt „Erding im ersten Jahrtausend“

Eintritt frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich

Museum Erding, Prielmayerstraße 1, 85435 Erding, www.museum@erding.de

10.00 Uhr Begrüßung: H. Krause MA, Leiter Museum Erding
10.10 Uhr Grußwort: Max Gotz, Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Erding
10.20 Uhr Grußwort: Hauptkonservator Dr. J. Haberstroh, BLfD
10.30 Uhr Einführung: Prof. Dr. B. Päffgen, LMU München. Erding im Ersten Jahrtausend – zum Stand des Forschungsprojekts

Moderation Vormittagsvorträge: Prof. Dr. B. Päffgen, LMU München

11.00 Uhr Merle Heuchert BA, Zum Belegungsbeginn des Reihengräberfelds von Altenerding/Klettham
11.30 Uhr PD Dr. Michaela Harbeck und Dipl.-Biol. Maren Velte: Migration, Stress und Ernährung: Aspekte der Kindheit und Jugend von ausgewählten Individuen des frühmittelalterlichen Reihengräberfeldes und der spätantiken Grabgruppe von Altenerding/Klettham
12.00 Uhr Julia Kaut BA, Die Ohrringe aus dem Reihengräberfeld von Altenerding/Klettham

12.30-14.00 Mittagspause

Moderation Nachmittagsvorträge bis Kaffeepause: Dr. M. Pauli, BLfD München

14.15 Johannes Mandl MA, Frühmittelalterliche Hofgrablegen in und um Erding – in erster Überblick
14.45 Bettina Keil, Überlegungen zur Rekonstruktion des frühmittelalterlichen Sattels aus Aufhausen/Bergham

15.15-16.00 Uhr Kaffeepause

Moderation Nachmittagsvorträge nach der Kaffeepause: Dr. J. Haberstroh, BLfD München

16.00 Uhr Dr. Christian Later, Der spätmerowingisch-karolingische Friedhof von Itzling bei Altenerding
16.30 Uhr Stefan Biermeier MA, Außergewöhnliche Architektur im Neubaugebiet: Frühmittelalterlicher Siedlungsbefund aus Buch am Buchrain
17.00 Uhr Dr. Marc Miltz, Frühmittelalterlicher Altort Klettham: Eine archäologische Spurensuche auf Basis bauvorgreifender Rettungsgrabungen
17.30 Uhr Prof. Dr. B. Päffgen, Schlussdiskussion – Zusammenfassung und Ausblick

18:00 Uhr Ausklang im Biergarten "Schwedenlager" am Grünen Markt

Das Programm können Sie hier als pdf downloaden:


Escape Game: Zurück in die Gegenwart - Gefangen im Museum Erding – diesmal für Familien

Das beliebte Erdinger Escape Game geht in die nächste Runde. 60 Minuten sind Zeit, um in die Geschichte Erdings einzutauchen, den versteckten Hinweisen und Spuren zu folgen und dem Museumsgespenst Haribaldi zu entkommen.

Diesmal gibt es aufgrund mehrerer Nachfragen drei Termine speziell für Erdinger Familien – also Eltern/Betreuer und Kinder können teilnehmen (Hinweis: die Kinder sollten bereits lesen können):

1: Mittwoch, 10.08.2022, 18.00 – 19.00 Uhr

2: Mittwoch, 10.08.2022, 19.00 – 20.00 Uhr

3: Mittwoch, 10.08.2022, 20.00 – 21.00 Uhr

Pro Termin können max. 6 Personen teilnehmen, die Teilnahme ist kostenlos.

Das Escape Game ist eine Kooperationsveranstaltung vom Museum Erding und dem Jugendtreff Altenerding.

Anmeldungen sind ab sofort möglich an info@jugendtreff-ae.de, bitte geben Sie dazu Namen, Adresse und Telefonnummer sowie das Alter der Kinder an. Für Nachfragen erreichen Sie uns auch telefonisch unter 08122-955033.

Veranstaltungsort: Museum Erding, Prielmayerstraße 1


17.11.2022 - 31.05.2023

Sonderausstellung

"150 Jahre Endstation Erding. Bitte alle aussteigen!"

In den Zug steigen können und nach München fahren. Aus welchen Gründen auch immer...

Was war es für eine Erleichterung für die Erdinger! Endlich mit dem Zug nach München. Wesentlich schneller ging das, als mit der Postkutsche. Wie haben sich die Fahrzeiten im Verlauf der Geschichte verändert?

Was bedeutete der Bahnanschluss für Erding?

Ein Bahnhofsviertel ist entstanden. Wie hat es damals ausgesehen, wie hat es sich mittlerweile verändert?

Wie geht es weiter? Ein Ausblick beleuchtet die aktuellen Planungen zum „Erdinger Ringschluss“ zum Flughafen München II im Erdinger Moos, dem absehbaren Ende der Endstation Erding.

Prellbock an der Endstation Erding 2020. Foto: Harald Krause/Museum Erding

Online-Video-Vortrag

„Der frühmittelalterliche Herren- und Königshof von Altenerding“

Ersatz-Angebot zum coronabedingt abgesagten 7. Archäologischen Sommer-Symposium im Museum Erding.

Einführung:

Max Gotz, Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Erding

Prof. Dr. Bernd Päffgen, Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömische Archäologie der LMU München

Prof. Dr. C. Sebastian Sommer, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Vortrag:

Dr. Marc Erik Miltz (Zuvor LMU München, nun BLfD) zum „Der frühmittelalterliche Herren- und Königshof von Altenerding“

Online ab 17. Juli 2021 abrufbar unter:

Vortrag auf der Homepage des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege

oder auf YouTube:

Vortrag auf YouTube

Vortragsinhalt:

Wie die Ortsbezeichnung Altenerding schon offensichtlich ausweist, soll die so benannte Ortschaft älteren Ursprungs sein, als die am Anfang des 13. Jahrhunderts an bekannter Stelle – 1,5 km nördlicher – errichte Stadt (Erding).

Die Erstnennung des Namens „Ardeoingas“ in den Schriftquellen, die bei genauerer Betrachtung auf die Jahre 791-93 datiert werden muss (nicht 788), wurde daher auch immer mit dem „älteren“ Erding weiter südlich in Verbindung gebracht.
Durch die starke Nachverdichtung innerhalb des Altortes von Altenerding, wurden in den letzten zehn Jahren zahlreiche archäologische Entdeckungen gemacht die Hinweise auf diese älteste Geschichte von Erding liefern konnten.
Diese Ausgrabungen wurden innerhalb des von der Stadt Erding geförderten Forschungsprojektes „Erding im ersten Jahrtausend“ von Marc Miltz seit 2015 ausgewertet, dessen Ergebnisse seit diesem Frühjahr in seiner publizierten Dissertation vorliegen.
Tatsächlich konnte eine karolingerzeitliche Siedlung innerhalb der Semptschleife südlich der Ardeo- und östlich der Landgerichtsstraße belegt werden, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit dem aus den Schriftquellen bekannten Königshof der Karolinger gleichzusetzen ist.
Spektakulär ist aber, dass nach aufwendiger wissenschaftlicher Auswertung der Forschungsgrabung, die in den Jahren 2017 und 2018 am Gaugrafenweg durchgeführt wurde, eine noch ältere Befestigungsanlage vor Ort entdeckt werden konnte. Diese Befestigung wurde wohl um die Jahre 660/670 errichtet und kann dadurch den damals herrschenden bayrischen Herzögen, den Agilolfingern, zugerechnet werden.
Ein weiteres Highlight der Forschungsergebnisse war, dass gleichzeitig mit der Entstehung dieser herzoglichen Anlage am Gaugrafenweg, sich im 7. Jahrhundert auf dem nahe gelegenen Petersbergl ein sehr früher Kirchhof herausbildete. Es konnte belegt werden, dass der dortige im Jahr 1967 unter unglücklichen Umständen abgerissene Kirchbau, auf einen frühmittelalterlichen Vorgänger zurückging, der von einem recht großen Friedhof umringt war. Auf diesem Friedhof wurde zwischen der Mitte des 7. Jahrhunderts und circa dem Jahr 900 in beigabenlosen Gräbern bestattet.
Gerade diese unerwartete Datierung des Kirchhofes, sowie die spektakuläre Befestigungsanlage der Agilolfingerzeit, werden wohl auch außerhalb Erdings in der frühmittelalterlichen Forschungslandschaft noch länger diskutiert und bewertet werden.
Neben vielen weiteren Entdeckungen und Analysen, die in der Publikation nachgelesen oder auf kommenden Vorträgen verfolgt werden können, ist es zusammengefasst gelungen, den direkten Vorgänger der Stadt Erding – den herrschaftlichen Hof aus dem Frühmittelalter – zum ersten Mal klar zu lokalisieren, zu beschreiben und historisch einzuordnen. Ein Buch-Exemplar der Forschungsergebnisse kann in der Stadtbücherei Erding ausgeliehen werden.
Zusammen mit weiteren und noch spannend erwarteten Ergebnissen aus dem Forschungsprojekt „Erding im Ersten Jahrtausend“, können die Bewohner*Innen der Region Erding damit auf eine wissenschaftlich fundierte Lokalgeschichte zurückblicken, die ihresgleichen sucht.

Rekonstruktionsvorschlag für die befestigte Phase 2 des Altenerdinger Herrenhofs am Gaugrafenweg um 700 n. Chr.; mit schematischem Schnitt durch die Gräben (Abbildung: Marc Miltz)

 

Wie Sie die Räumlichkeiten des Museums nutzen können, erfahren Sie hier.

Hier können Sie die Sonderausgabe von "Erding begeistert" als pdf downloaden:

25. Juni 2020:

zehn Jahre Neubau Museum Erding

– Rückblick auf eine Erfolgsgeschichte

Am 25. Juni jährt sich die Eröffnung des Erweiterungsbaus im Museum Erding zum zehnten Mal. Die Grundsteinlegung des Museumsneubaus fand zwei Jahre zuvor am 28. September 2008 statt.

Anlass für einen kleinen Rückblick auf die jüngste Dekade der Erdinger Museumsgeschichte – einer über 160-jährigen Erfolgsgeschichte.

Der Bedarf für eine Erweiterung, Modernisierung und Neuaufstellung des „Städtischen Heimatmuseums Erding“ war lange Zeit bekannt. Seit 1986 war es im denkmalgeschützten „Antoniusheim“ an der Prielmayerstraße untergebracht. Zuvor war das 1856 von Anton Bachmair gegründete Museum im alten Rathaus, dann in der neuen Schrannenhalle und schließlich im jetzigen Rathaus (Grafenstock) beheimatet. Im Zuge des Zweiten Weltkriegs musste die Sammlung über zehn Jahre ausgelagert werden. Die ehrenamtliche Leitung oblag seit den 1980er Jahren Paul Adelsberger, der sich gemeinsam mit einem starken Team an ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unermüdlich und einsatzstark für die Erweiterung der Sammlung und den Aufbau von Dauerausstellungen und zahlreichen Sonderausstellungen über Jahrzehnte hinweg sehr erfolgreich verantwortlich zeichnete.

Von der Stadt Erding wurde unter Bürgermeister Karl-Heinz Bauernfeind für das neue „Museum Erding“ 2007 ein Architekturwettbewerb ausgelobt. Im November erfolgte die einstimmige Genehmigung durch den Stadtrat. Den Auftrag für Planung und Bau erhielten Architekt Karl-Heinz Walbrunn und sein Kollege Ralf Grotz. Für die Ausstellungsgestaltung zeichnete Tido Brussig verantwortlich. Nach Abriss der bestehenden Rückgebäude im Garten des ehemaligen Heimatmuseums 2018 wurde nach bauvorgreifender archäologischer Ausgrabung der Museums-Erweiterungsbau Zug um Zug realisiert, so dass bereits im Sommer 2010 eröffnet werden konnte. Eine harmonische Symbiose von historischer Bausubstanz und moderner Architektur war hier gelungen. Zu einem echten „Hingucker“ für die Erdinger hat sich die aus über 1400 Fotos zusammengesetzte Bilderwand im Foyer und Außenbereich etabliert. Das Untergeschoss wurde als Depotfläche für die umfangreiche Sammlung, die mittlerweile ca. 60.000 Einzelobjekten umfasst, realisiert. Das Museum Erding beherbergt dort eine der ältesten kommunalen Sammlungen in Bayern. Erstmals konnten die aus Stadt und Landkreis Erding stammenden Kulturgüter in einem professionell eingerichteten Depoträumen klimatisch optimal untergebracht werden.

Der in Goldfarben glänzende Neubau wurden am 25. Juni 2010 mit den ersten zwei neuen Abteilungen von Bürgermeister Gotz eröffnet: Das Erdinger Glockengießer- und Lodererhandwerk, zwei ehemals bedeutende Wirtschaftszweige Erdings. Dazwischen liegt die offene Sonderausstellungsfläche, die seither mit Wechselthemen bespielt wird: Neben einer Sonderschau zum Kletthamer Reihengräberfeld (2015/16) wurden dort der Fliegerhorst Erding bzw. die Garnisonstadt Erding (2017/18), der Schöne Turm (2018/19) und aktuell die Thematik der Heimatvertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten anschaulich präsentiert. Weitere kleinere und größere Wechselausstellungen wurden im Foyer und Vortragsraum gezeigt, so z. B. „Erding im Ersten Weltkrieg“ (2014), „75. Herbstfest Erding“ (2015), „100 Jahre Magda Bittner-Simmet (2016) und 2019 zur Architektur der Erlöserkirche Erding. 2017 wurde der Spangenbarrenhort von Oberding in die Abteilung Archäologie integriert. 2012 gelangte die „Sammlung Rudolf L. Reiter“ als Schenkung an die Stadt Erding, diese wird seither in wechselnden Hängungen im Museum gezeigt.

Dem Neubau folgte die umfangreiche Altbausanierung des denkmalgeschützten „Antoniusheims“ aus dem 17. und 18. Jahrhundert, diese war 2013 abgeschlossen. Zug um Zug konnten bis Ende 2014 die Einzelabteilungen zur Archäologie (kuratiert Harald Krause) sowie Stadtgeschichte, Kunst und Alltag (kuratiert Dr. Albrecht Gribl) eröffnet werden. 2015 verlieh der Landkreis Erding dem Museumskomplex aus Alt- und Neubau den Fassadenpreis.

Als Herzstück des Museums Erding hat sich das Foyer mit seinem reizvollen Lichthof zu einem Ort der Begegnung und des fachlichen Austauschs entwickelt. Das 2010 von Bürgermeister Gotz formulierte Ziel, mit dem Erweiterungsbau und der Generalsanierung des Museums Erding eine „völlig neue Ära des kulturellen Lebens“ in Erding einzuläuten, wurde erreicht. Hiervon zeugen nicht nur die über die Jahre wachsenden Besucherzahlen (2011: 3854, 2013: 4819 und 2017: 7743 Besucher), sondern auch das vielgestaltige Veranstaltungsprogramm. Denn mit dem Museum Erding ist in Erding in direkter Altstadtnähe ein vielgestaltig nutzbarer und sehr gut nachgefragter „Bürgersaal“ entstanden. Als starke Partner des Museums haben sich z. B. das Katholische Bildungswerk Landkreis Erding e.V., der Archäologische Verein Erding e.V., das Museum Franz Xaver Stahl, die LMU München, das Anne-Frank-Gymnasium Erding, die VHS Erding, die Kammerkonzerte Erding e.V. sowie die Kreismusikschule Erding etabliert. Seit 2016 ist das Museum Erding Mitglied im Verbund „Landpartie – Museen rund um München“ – ein attraktives und untereinander vernetztes Kulturangebot im Großraum München.

Das Museum Erding hat sich in den letzten Jahren durch Mut und großes Engagement zum attraktiven Kulturspeicher weiterentwickelt. Im Mai 2015 hat der gebürtige Erdinger Harald Krause die Leitung von Paul Adelsberger erfolgreich übernommen und das Besucher- und Ausstellungsangebot attraktiv erweitert. Mit seinen vielgestaltigen Ausstellungsprogramm versteht sich das Museum Erding heute als lebendige Bühne der facettenreichen Stadtkultur Erdings und in der Region. Mehr noch: Es bietet ein attraktives Forum für interaktiven kulturellen Dialog, für wissenschaftliche Tagungen und Preisverleihungen sowie einen gut nachgefragten „außerschulischen Lernort“ für Schulklassen aller Jahrgangsstufen in der Region. Zahlreiche Schulprojekte und kleinere Ausstellungen wurden in Zusammenarbeit mit dem Museum Erding realisiert.

Das Museum Erding bewahrt eine bedeutende, historisch gewachsene Sammlung, die aus Bürgerstolz hervorgegangen ist. Seit Ende 2017 wird diese von Sammlungsleiterin Elisabeth Boxberger betreut, systematisch gesichtet und ergänzt. Neben hauptamtlichen Kräften wird das Museum Erding von ehrenamtlichem Einsatz mitgetragen. So gilt es auch in Zukunft, die im „Wissens- und Kulturspeicher Museum“ hinterlegten Botschaften zeitgemäß zu lagern, zu erforschen, zu übersetzen und gemeinsam mit den Besuchern zu reflektieren. Im Mai 2019 konnte der 50.000 Besucher seit Eröffnung des Neubaus 2010 im Museum Erding begrüßt werden. Über 900 Führungen wurden bislang angeboten und über 380 Veranstaltungen und Vorträge fanden statt.

Leider können auf Grund der aktuellen, coronabedingten Hygiene- und Sicherheitsauflagen bis auf Weiteres keine Führungen oder Veranstaltungen angeboten werden. So wird es leider keinen Festakt zum zehnjährigen Bestehen geben können.

Moderne Architektur und Geschichte unter einem Dach vereint: die goldglänzende Fassade am Neubau des Museums Erding. Foto: Museum Erding

Giulio Salvati ist Träger des Tassilo-Kulturpreises der Süddeutschen Zeitung (https://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreis-erding-sensibilitaet-und-empathie-1.5340224)

Auf seiner Internetseite https://www.erding-geschichte.de finden Sie auch weitere aktuelle Forschungen zum Thema:

"Erding 1945 -

Wessen Heimat?"

Am Samstag, 18.04.2020 gab es eine virtuelle Führung durch die Innenstadt zum 75. Jahrestag des alliierten Bombenangriffs auf die Stadt Erding von 1945 statt. Erstmals wurden dabei bislang unveröffentlichte Bilder aus den Akten der US-Amerikanischen Archiven präsentiert.

Sollten Sie den Live-Stream verpasst haben, so haben Sie auch jetzt noch die Möglichkeit die Filme anzuschauen. Es sind zwei Teile, diese können Sie auf der Facebook Seite von Erding Tower Tours sehen. Sie müssen sich dazu nicht bei Facebook anmelden. Den Link finden Sie hier:
https://www.facebook.com/erdingtowertours/

Herr Giulio Salvati hat außdem noch eine Dokumentation zu diesem Thema auf seiner Internetseite Erding-geschichte.de veröffentlicht.
https://www.erding-geschichte.de

Aus gegebenem Anlass (Ausgangsbeschränkungen, Kontakt- und Versammlungsverbote) hat am 18. April 2020 Giulio Salvati in Zusammenarbeit mit dem Museum Erding eine digitale Führung durch die Erdinger Innenstadt angeboten. Ab 15.10 Uhr gab es eine Live-Schaltung auf der Facebook-Seite “Erding Tower Tours”. Giulio Salvati und die Doris Bauer hatten die Moderation übernommen und neue Forschungsergebnisse präsentiert.

Ebenfalls zum 18. April 2020 wurde auf dem neuen, von Giulio Salvati ins Leben gerufene Internetportal www.erding-geschichte.de ein Dokumentarfilm angeboten, welcher die historischen Hintergründe ausführlich beleuchtet und zusammen mit dem Militärhistoriker Thorsten Blaschke neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Zeitzeugenberichte vermittelt.

Am 3. April wäre im Museum Erding parallel für die laufende Sonderausstellung zu den Heimatvertriebenen in Stadt und Landkreis Erding die Ergänzungsausstellung „Erding 1945 – wessen Heimat?“ eröffnet worden. Der Erdinger Historiker Giulio Salvati kuratierte die Ausstellung. Wolfgang Fritz hätte sie mit Holzskulpturen seiner Serie "Verwachsungen" künstlerisch ergänzt. Durch die Ausstellung sollten Forschungsergebnisse zum Kriegsende und der Nachkriegszeit sowie die Thematik der Fremd- und Zwangsarbeiter in der Region wissenschaftlich und künstlerisch öffentlich gemacht werden.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm sollte die Ergänzungsausstellung begleiten, darunter eine öffentliche Veranstaltung auf dem Schrannenplatz, um an die über 120 Opfer in Erding zu erinnern, die am 18. April 1945 beim Luftangriff auf die Altstadt zu Tode kamen. Interessenten steht dafür nun die Veranstaltung virtuell im Internet zur Verfügung.

Die Idee zu der Ausstellung entwickelte sich durch einen Zufall: Der Oberdinger Holzbildhauer Wolfgang Fritz kontaktierte 2018 den Erdinger Historiker Giulio Salvati (New York Universität), da er auf die Spuren eines ehemaligen Notzinger Zwangsarbeiters gestoßen war. Zusammen entwickelten sie eine Ausstellungsidee mit künstlerischem und historischem Ansatz für das Museum Erding. Wann die Ausstellung nach der Corona-Krise eröffnet werden kann, steht allerdings noch nicht fest.

Kontakt zu Giulio Salvati: giulio.salvati@nyu.edu
(Telefon: 08122 59832)

Historiker Giulio Salvati forscht zum Thema „Erding 1945 – wessen Heimat?“ (Foto: Museum Erding)