Das Museum ist geöffnet!

Besuchen Sie uns zu den regulären Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag von 13 -17 Uhr.

Für den Museumsbesuch gilt:

- 3G Nachweis (geimpft, genesen, getestet)
- Med. Maskenpflicht (ab 6 Jahre)
- Kontaktdatenerfassung


Sonntag, 03.10.2021 um 17 Uhr und 21 Uhr

KammerKonzerte Erding - Horn und Harfe

 

Der Verein KammerKonzerte Erding e.V. freut sich sehr, wieder Konzerte veranstalten zu können. Sie laden ein zu einem besonderen Programm mit Horn, Johannes Rothenaicher und Harfe, Barbara Pöschl-Edrich am Tag der Deutschen Einheit, Sonntag den 3. Oktober 2021 um 17 Uhr und 20 Uhr im Foyer des Museums Erding.

Johannes Rothenaicher ist ein international-ausgezeichneter Komponist von Filmmusiken, spielt als Keyboarder in vielen verschiedenen Bands und ist als Lehrer für Waldhorn an der Kreismusikschule tätig. Die Werke des Programms reichen von Allessandro und Benedetto Marcello bis Albert Roussel, Arvo Pärt und Nino Rota. Ein Höhepunkt des Abends wird eine Uraufführung für Horn und Harfe von Rothenaicher sein.

Der Kartenvorverkauf beginnt am Sonntag, 12.09.2021 im Museum Erding, geöffnet Dienstag bis Sonntag von 13 – 17 Uhr, unter 08122/408-158 oder Museum@erding.de. Bereits im April 2020 gekaufte Tickets können gerne umgetauscht werden (nur im Vorverkauf, nicht an der Abendkasse). Kontaktdaten müssen hinterlegt werden. Im Museum gilt die 3-G-Regel und Maskenpflicht. Während des Konzerts dürfen die Masken am Sitzplatz abgenommen werden.


„Erding erzählt“ - Erzählcafé mit Hans Niedermayer im Museum Erding

Donnerstag, 7.10.2021, 17 Uhr (Einlass ab 16 Uhr)

Im 9. Erzählcafé wird Herr OStD a.D. Hans Niedermayer zu Gast sein. Geboren 1934, wuchs er in Eitting bei Erding auf. Seine Gymnasialjahre verbrachte Hans Niedermayer ab 1945 in vier katholischen Internaten in Bayern, bevor er in München sein Studium der Geschichte und der alten Sprachen aufnahm. Nach den Examina und der Referendarzeit war Niedermayer Gymnasiallehrer in Günzburg, Simbach und Erding, danach Direktor des Gymnasiums Markt Schwaben sowie des Dom-Gymnasiums in Freising. Er engagierte sich viele Jahre in der Kommunalpolitik und in der kirchlichen Laienarbeit. In seinem Buch "Eine Welt, die es so nicht mehr gibt" (München 2016) schreibt er über seine Lebenserinnerungen, die auch ein Stück Zeitgeschichte sind. Im Erzählcafé wird er diese Erinnerungen lebendig vortragen.

Musikalische Umrahmung : Akkordeon-Duo Sophia Till und Christina Fenk

Es gilt die 3-G-Regel und Maskenpflicht (am Sitzplatz darf die Maske abgenommen werden).

Sitzplätze begrenzt auf 45 Personen. Einlass nur mit Eintrittskarte.

Veranstalter: Katholisches Bildungswerk Landkreis Erding

Kartenvorverkauf ab 22.9.2021 im KBW Erding, Kirchgasse 7
(Mo-Fr 9:00-12:30 Uhr)

Eintritt: 5 Euro

Veranstaltungsort: Museum Erding, Prielmayerstraße 1, Erding

Bereits für den 26.03.2020 verkaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. Bitte beim KBW zum Umtausch melden.

Das Erzählcafé mit Hans Niedermayer (links) wird von Prof. Dr. Seitschek moderiert, Foto: Museum Erding

Sonderausstellung "Über Kimme und Korn"
Die Erdinger Feuerschützen seit 1426.

08.08.2021 bis 31.12.2021

Ausstellung über die Geschichte der Königlich privilegierten Feuerschützen in Erding.

So manche bayerische Schützenvereinigung kann auf ein Bestehen seit dem 13. Jahrhundert zurückblicken.
Heutzutage stehen die Ausübung des Schießsports, geselliger Austausch und Traditionspflege im Vordergrund. Doch viele Jahrhunderte lang, bis in die Frühe Neuzeit hinein, dienten die wehrhaften, städtischen Schützenbünde v. a. einem ganz ernsthaften Zweck: der Verteidigung ihrer Städte im Angriffsfall. Auch die Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft Erding kann auf eine fast 600-jährige Tradition zurückblicken. Die älteste bekannte, schriftliche Erwähnung von Erdinger Schützen datiert auf 1426. Somit ist die Erdinger Feuerschützengesellschaft die älteste, noch heute existierende Gesellschaft in der Stadt.
In der Ausstellung im Museum Erding werden über 50 historische Schützenscheiben (die älteste von 1848) sowie kunstvolle Gegenstände des Schützenwesens präsentiert und die verschiedenen historischen Schießstätten im Stadtgebiet aufgezeigt.


Online-Video-Vortrag

„Der frühmittelalterliche Herren- und Königshof von Altenerding“

Ersatz-Angebot zum coronabedingt abgesagten 7. Archäologischen Sommer-Symposium im Museum Erding.

Einführung:

Max Gotz, Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Erding

Prof. Dr. Bernd Päffgen, Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömische Archäologie der LMU München

Prof. Dr. C. Sebastian Sommer, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Vortrag:

Dr. Marc Erik Miltz (Zuvor LMU München, nun BLfD) zum „Der frühmittelalterliche Herren- und Königshof von Altenerding“

Online ab 17. Juli 2021 abrufbar unter:

Vortrag auf der Homepage des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege

oder auf YouTube:

Vortrag auf YouTube

Vortragsinhalt:

Wie die Ortsbezeichnung Altenerding schon offensichtlich ausweist, soll die so benannte Ortschaft älteren Ursprungs sein, als die am Anfang des 13. Jahrhunderts an bekannter Stelle – 1,5 km nördlicher – errichte Stadt (Erding).

Die Erstnennung des Namens „Ardeoingas“ in den Schriftquellen, die bei genauerer Betrachtung auf die Jahre 791-93 datiert werden muss (nicht 788), wurde daher auch immer mit dem „älteren“ Erding weiter südlich in Verbindung gebracht.
Durch die starke Nachverdichtung innerhalb des Altortes von Altenerding, wurden in den letzten zehn Jahren zahlreiche archäologische Entdeckungen gemacht die Hinweise auf diese älteste Geschichte von Erding liefern konnten.
Diese Ausgrabungen wurden innerhalb des von der Stadt Erding geförderten Forschungsprojektes „Erding im ersten Jahrtausend“ von Marc Miltz seit 2015 ausgewertet, dessen Ergebnisse seit diesem Frühjahr in seiner publizierten Dissertation vorliegen.
Tatsächlich konnte eine karolingerzeitliche Siedlung innerhalb der Semptschleife südlich der Ardeo- und östlich der Landgerichtsstraße belegt werden, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit dem aus den Schriftquellen bekannten Königshof der Karolinger gleichzusetzen ist.
Spektakulär ist aber, dass nach aufwendiger wissenschaftlicher Auswertung der Forschungsgrabung, die in den Jahren 2017 und 2018 am Gaugrafenweg durchgeführt wurde, eine noch ältere Befestigungsanlage vor Ort entdeckt werden konnte. Diese Befestigung wurde wohl um die Jahre 660/670 errichtet und kann dadurch den damals herrschenden bayrischen Herzögen, den Agilolfingern, zugerechnet werden.
Ein weiteres Highlight der Forschungsergebnisse war, dass gleichzeitig mit der Entstehung dieser herzoglichen Anlage am Gaugrafenweg, sich im 7. Jahrhundert auf dem nahe gelegenen Petersbergl ein sehr früher Kirchhof herausbildete. Es konnte belegt werden, dass der dortige im Jahr 1967 unter unglücklichen Umständen abgerissene Kirchbau, auf einen frühmittelalterlichen Vorgänger zurückging, der von einem recht großen Friedhof umringt war. Auf diesem Friedhof wurde zwischen der Mitte des 7. Jahrhunderts und circa dem Jahr 900 in beigabenlosen Gräbern bestattet.
Gerade diese unerwartete Datierung des Kirchhofes, sowie die spektakuläre Befestigungsanlage der Agilolfingerzeit, werden wohl auch außerhalb Erdings in der frühmittelalterlichen Forschungslandschaft noch länger diskutiert und bewertet werden.
Neben vielen weiteren Entdeckungen und Analysen, die in der Publikation nachgelesen oder auf kommenden Vorträgen verfolgt werden können, ist es zusammengefasst gelungen, den direkten Vorgänger der Stadt Erding – den herrschaftlichen Hof aus dem Frühmittelalter – zum ersten Mal klar zu lokalisieren, zu beschreiben und historisch einzuordnen. Ein Buch-Exemplar der Forschungsergebnisse kann in der Stadtbücherei Erding ausgeliehen werden.
Zusammen mit weiteren und noch spannend erwarteten Ergebnissen aus dem Forschungsprojekt „Erding im Ersten Jahrtausend“, können die Bewohner*Innen der Region Erding damit auf eine wissenschaftlich fundierte Lokalgeschichte zurückblicken, die ihresgleichen sucht.

Rekonstruktionsvorschlag für die befestigte Phase 2 des Altenerdinger Herrenhofs am Gaugrafenweg um 700 n. Chr.; mit schematischem Schnitt durch die Gräben (Abbildung: Marc Miltz)

Neuer Aufruf:

Gesichtsmasken im Alltag:

Museum Erding sammelt Fotografien zur

Corona-Pandemie

Blick auf die Fotowand im Foyer des Museums Erding – Museumsleiter Harald Krause vor einer kleinen Auswahl der Corona-Sammlung. Foto: Museum Erding

Seit über einem halben Jahr hat die Corona-Krise das Weltgeschehen fest im Griff – so auch in Stadt und Landkreis Erding. Bereits in Zeiten von Lockdown und strengen Ausgangs- bzw. Kontaktbeschränkungen im April 2020 startete das Museum einen öffentlichen Aufruf, um mit Hilfe der Bürgerschaft eine „Corona-Sammlung“ für die Nachwelt anzulegen.

Mit großem, deutschlandweit beachtetem Erfolg: Bislang sind über 300 digitale Einsendungen von über 80 Personen in der städtischen Sammlung eingegangen sowie Objekte als Schenkung übergeben worden.

Da mittlerweile das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken vielerorts Pflicht ist und zum „Corona-Alltag“ gehört, wird das Museum Erding explizit die Corona-Foto-Sammlung in diese Richtung erweitern.

Museumsleiter Harald Krause möchte gerne folgende Szenarien anhand von Fotografien bzw. Selfies in der Sammlung dokumentieren:

Wie tragen Sie Ihren Mund-Nasen-Schutz im Alltag, auch dann, wenn Sie ihn gerade nicht verwenden müssen?

Um den Hals, am Kinn, über ein Ohr gehängt, am Handgelenk oder am Oberarm?

Wo bewahren Sie Ihren Gesichtsschutz im Auto, auf dem Fahrrad oder im Privaten auf? Am Rückspiegel, dem Lenker, auf der Wäscheleine oder an einer Pinnwand?

Wie tragen Sie ihre Schutzmasken während der Arbeit, beim Einkauf, im Sport, in der Freizeit am Badesee bzw. im Urlaub oder auf Reisen?

Durch Ihre Einsendung geben sie der Erdinger Corona-Sammlung ein „Gesicht“.

Heute typische und allgegenwärtige Verhaltensmuster werden damit für nachfolgende Generationen dokumentiert. Harald Krause und Sammlungsleiterin Elisabeth Boxberger würde es sehr freuen, wenn aus unterschiedlichsten Lebensbereichen, Gesellschaftsschichten und aus allen Altersgruppen Fotobeiträge aus Stadt und Landkreis Erding eingehen würden.

Die Fotografien können gerne unter Angabe der dargestellten Person(en), des Bildrechteinhabers und einer kurzen Beschreibung und Datierung ab sofort per Email an das Museum Erding geschickt werden.

Die Kontaktadresse: museum@erding.de.

Mit der Einsendung wird dem Museum Erding das Einverständnis erteilt, die Fotografien dauerhaft in das Bildarchiv aufnehmen und ggf. ausstellen zu dürfen.

Wir freuen uns über zahlreiche Zusendungen!


Aufruf:

Das Museum Erding sammelt Objekte

zum Thema Corona-Krise

Museen sammeln nicht nur Objekte aus vergangenen Zeiten, sondern bereits in der Gegenwart Dinge, die unser alltägliches Leben ausmachen. Aktuell bestimmt eine globale Krise das Geschehen, die Corona-Pandemie. Museumsleiter Harald Krause und Sammlungsleiterin Elisabeth Boxberger möchten dazu ein eigenes Sammelgebiet einrichten, um Zeitzeugnisse mitten aus dem Krisenalltag für kommende Generationen zu bewahren.

Die beiden stellen konkret folgende Fragen an die Menschen in Stadtgemeinschaft und Landkreis Erding:

– Was bedeutet das Corona-Virus für Sie persönlich?

– Wie haben Covid-19 und damit einhergehende Beschränkungen in Ihr Leben eingegriffen?

– Wie soll der Alltag für Sie nach der Krise weitergehen – privat und beruflich?

Dokumentieren oder fotografieren Sie ihren derzeitigen Alltag in der Corona-Krise und schreiben Sie ihre Gedanken dazu auf. Sei es daheim in Quarantäne, im eingeschränkten Arbeitsalltag, beim Schulunterricht via Internet oder die Situation in den Lebensmittelgeschäften beziehungsweise am Wochenmarkt. Menschenleere Straßenzüge, Spielplätze und geschlossene Geschäfte und Gastronomiebetriebe gehören selbstverständlich auch dazu.

Das Museum Erding ist auch an originalen Aushängen oder Postwurfsendungen von Hilfsangeboten interessiert (natürlich nur, sofern diese nicht mehr gebraucht werden!).

Das Museum Erding bittet Sie, entsprechende Dokumente zu sammeln und bei Zeiten nach der Krise – aktuell ist das Museum Erding bis auf weiteres für Besucher geschlossen – als Schenkung vorbeizubringen. Fotografien können gerne unter Angabe des Bildrechteinhabers und einer kurzen Beschreibung und Datierung bereits ab sofort per Email an das Museum Erding geschickt werden. Die Kontaktadresse: museum@erding.de.

Das Museumsteam freut sich, wenn Sie durch Ihre Einsendungen einen wertvollen Beitrag zur Ergänzung der seit über 163 Jahren bestehenden Erdinger Sammlung – gerade in schweren Zeiten wie diesen – leisten.

Drei große Notzeiten im Museum Erding gesammelt: Kriegssemmeln aus dem Ersten Weltkrieg, Lebensmittelkarten des Ersten und Zweiten Weltkriegs sowie begehrte Ware in der Corona-Krise: Toilettenpapier und Schutzhandschuhe (Foto: Museum Erding).

 

Wie Sie die Räumlichkeiten des Museums nutzen können, erfahren Sie hier.

Hier können Sie die Sonderausgabe von "Erding begeistert" als pdf downloaden:

25. Juni 2020:

zehn Jahre Neubau Museum Erding

– Rückblick auf eine Erfolgsgeschichte

Am 25. Juni jährt sich die Eröffnung des Erweiterungsbaus im Museum Erding zum zehnten Mal. Die Grundsteinlegung des Museumsneubaus fand zwei Jahre zuvor am 28. September 2008 statt.

Anlass für einen kleinen Rückblick auf die jüngste Dekade der Erdinger Museumsgeschichte – einer über 160-jährigen Erfolgsgeschichte.

Der Bedarf für eine Erweiterung, Modernisierung und Neuaufstellung des „Städtischen Heimatmuseums Erding“ war lange Zeit bekannt. Seit 1986 war es im denkmalgeschützten „Antoniusheim“ an der Prielmayerstraße untergebracht. Zuvor war das 1856 von Anton Bachmair gegründete Museum im alten Rathaus, dann in der neuen Schrannenhalle und schließlich im jetzigen Rathaus (Grafenstock) beheimatet. Im Zuge des Zweiten Weltkriegs musste die Sammlung über zehn Jahre ausgelagert werden. Die ehrenamtliche Leitung oblag seit den 1980er Jahren Paul Adelsberger, der sich gemeinsam mit einem starken Team an ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unermüdlich und einsatzstark für die Erweiterung der Sammlung und den Aufbau von Dauerausstellungen und zahlreichen Sonderausstellungen über Jahrzehnte hinweg sehr erfolgreich verantwortlich zeichnete.

Von der Stadt Erding wurde unter Bürgermeister Karl-Heinz Bauernfeind für das neue „Museum Erding“ 2007 ein Architekturwettbewerb ausgelobt. Im November erfolgte die einstimmige Genehmigung durch den Stadtrat. Den Auftrag für Planung und Bau erhielten Architekt Karl-Heinz Walbrunn und sein Kollege Ralf Grotz. Für die Ausstellungsgestaltung zeichnete Tido Brussig verantwortlich. Nach Abriss der bestehenden Rückgebäude im Garten des ehemaligen Heimatmuseums 2018 wurde nach bauvorgreifender archäologischer Ausgrabung der Museums-Erweiterungsbau Zug um Zug realisiert, so dass bereits im Sommer 2010 eröffnet werden konnte. Eine harmonische Symbiose von historischer Bausubstanz und moderner Architektur war hier gelungen. Zu einem echten „Hingucker“ für die Erdinger hat sich die aus über 1400 Fotos zusammengesetzte Bilderwand im Foyer und Außenbereich etabliert. Das Untergeschoss wurde als Depotfläche für die umfangreiche Sammlung, die mittlerweile ca. 60.000 Einzelobjekten umfasst, realisiert. Das Museum Erding beherbergt dort eine der ältesten kommunalen Sammlungen in Bayern. Erstmals konnten die aus Stadt und Landkreis Erding stammenden Kulturgüter in einem professionell eingerichteten Depoträumen klimatisch optimal untergebracht werden.

Der in Goldfarben glänzende Neubau wurden am 25. Juni 2010 mit den ersten zwei neuen Abteilungen von Bürgermeister Gotz eröffnet: Das Erdinger Glockengießer- und Lodererhandwerk, zwei ehemals bedeutende Wirtschaftszweige Erdings. Dazwischen liegt die offene Sonderausstellungsfläche, die seither mit Wechselthemen bespielt wird: Neben einer Sonderschau zum Kletthamer Reihengräberfeld (2015/16) wurden dort der Fliegerhorst Erding bzw. die Garnisonstadt Erding (2017/18), der Schöne Turm (2018/19) und aktuell die Thematik der Heimatvertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten anschaulich präsentiert. Weitere kleinere und größere Wechselausstellungen wurden im Foyer und Vortragsraum gezeigt, so z. B. „Erding im Ersten Weltkrieg“ (2014), „75. Herbstfest Erding“ (2015), „100 Jahre Magda Bittner-Simmet (2016) und 2019 zur Architektur der Erlöserkirche Erding. 2017 wurde der Spangenbarrenhort von Oberding in die Abteilung Archäologie integriert. 2012 gelangte die „Sammlung Rudolf L. Reiter“ als Schenkung an die Stadt Erding, diese wird seither in wechselnden Hängungen im Museum gezeigt.

Dem Neubau folgte die umfangreiche Altbausanierung des denkmalgeschützten „Antoniusheims“ aus dem 17. und 18. Jahrhundert, diese war 2013 abgeschlossen. Zug um Zug konnten bis Ende 2014 die Einzelabteilungen zur Archäologie (kuratiert Harald Krause) sowie Stadtgeschichte, Kunst und Alltag (kuratiert Dr. Albrecht Gribl) eröffnet werden. 2015 verlieh der Landkreis Erding dem Museumskomplex aus Alt- und Neubau den Fassadenpreis.

Als Herzstück des Museums Erding hat sich das Foyer mit seinem reizvollen Lichthof zu einem Ort der Begegnung und des fachlichen Austauschs entwickelt. Das 2010 von Bürgermeister Gotz formulierte Ziel, mit dem Erweiterungsbau und der Generalsanierung des Museums Erding eine „völlig neue Ära des kulturellen Lebens“ in Erding einzuläuten, wurde erreicht. Hiervon zeugen nicht nur die über die Jahre wachsenden Besucherzahlen (2011: 3854, 2013: 4819 und 2017: 7743 Besucher), sondern auch das vielgestaltige Veranstaltungsprogramm. Denn mit dem Museum Erding ist in Erding in direkter Altstadtnähe ein vielgestaltig nutzbarer und sehr gut nachgefragter „Bürgersaal“ entstanden. Als starke Partner des Museums haben sich z. B. das Katholische Bildungswerk Landkreis Erding e.V., der Archäologische Verein Erding e.V., das Museum Franz Xaver Stahl, die LMU München, das Anne-Frank-Gymnasium Erding, die VHS Erding, die Kammerkonzerte Erding e.V. sowie die Kreismusikschule Erding etabliert. Seit 2016 ist das Museum Erding Mitglied im Verbund „Landpartie – Museen rund um München“ – ein attraktives und untereinander vernetztes Kulturangebot im Großraum München.

Das Museum Erding hat sich in den letzten Jahren durch Mut und großes Engagement zum attraktiven Kulturspeicher weiterentwickelt. Im Mai 2015 hat der gebürtige Erdinger Harald Krause die Leitung von Paul Adelsberger erfolgreich übernommen und das Besucher- und Ausstellungsangebot attraktiv erweitert. Mit seinen vielgestaltigen Ausstellungsprogramm versteht sich das Museum Erding heute als lebendige Bühne der facettenreichen Stadtkultur Erdings und in der Region. Mehr noch: Es bietet ein attraktives Forum für interaktiven kulturellen Dialog, für wissenschaftliche Tagungen und Preisverleihungen sowie einen gut nachgefragten „außerschulischen Lernort“ für Schulklassen aller Jahrgangsstufen in der Region. Zahlreiche Schulprojekte und kleinere Ausstellungen wurden in Zusammenarbeit mit dem Museum Erding realisiert.

Das Museum Erding bewahrt eine bedeutende, historisch gewachsene Sammlung, die aus Bürgerstolz hervorgegangen ist. Seit Ende 2017 wird diese von Sammlungsleiterin Elisabeth Boxberger betreut, systematisch gesichtet und ergänzt. Neben hauptamtlichen Kräften wird das Museum Erding von ehrenamtlichem Einsatz mitgetragen. So gilt es auch in Zukunft, die im „Wissens- und Kulturspeicher Museum“ hinterlegten Botschaften zeitgemäß zu lagern, zu erforschen, zu übersetzen und gemeinsam mit den Besuchern zu reflektieren. Im Mai 2019 konnte der 50.000 Besucher seit Eröffnung des Neubaus 2010 im Museum Erding begrüßt werden. Über 900 Führungen wurden bislang angeboten und über 380 Veranstaltungen und Vorträge fanden statt.

Leider können auf Grund der aktuellen, coronabedingten Hygiene- und Sicherheitsauflagen bis auf Weiteres keine Führungen oder Veranstaltungen angeboten werden. So wird es leider keinen Festakt zum zehnjährigen Bestehen geben können.

Moderne Architektur und Geschichte unter einem Dach vereint: die goldglänzende Fassade am Neubau des Museums Erding. Foto: Museum Erding

Giulio Salvati ist Träger des Tassilo-Kulturpreises der Süddeutschen Zeitung (https://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreis-erding-sensibilitaet-und-empathie-1.5340224)

Auf seiner Internetseite https://www.erding-geschichte.de finden Sie auch weitere aktuelle Forschungen zum Thema:

"Erding 1945 -

Wessen Heimat?"

Am Samstag, 18.04.2020 gab es eine virtuelle Führung durch die Innenstadt zum 75. Jahrestag des alliierten Bombenangriffs auf die Stadt Erding von 1945 statt. Erstmals wurden dabei bislang unveröffentlichte Bilder aus den Akten der US-Amerikanischen Archiven präsentiert.

Sollten Sie den Live-Stream verpasst haben, so haben Sie auch jetzt noch die Möglichkeit die Filme anzuschauen. Es sind zwei Teile, diese können Sie auf der Facebook Seite von Erding Tower Tours sehen. Sie müssen sich dazu nicht bei Facebook anmelden. Den Link finden Sie hier:
https://www.facebook.com/erdingtowertours/

Herr Giulio Salvati hat außdem noch eine Dokumentation zu diesem Thema auf seiner Internetseite Erding-geschichte.de veröffentlicht.
https://www.erding-geschichte.de

Aus gegebenem Anlass (Ausgangsbeschränkungen, Kontakt- und Versammlungsverbote) hat am 18. April 2020 Giulio Salvati in Zusammenarbeit mit dem Museum Erding eine digitale Führung durch die Erdinger Innenstadt angeboten. Ab 15.10 Uhr gab es eine Live-Schaltung auf der Facebook-Seite “Erding Tower Tours”. Giulio Salvati und die Doris Bauer hatten die Moderation übernommen und neue Forschungsergebnisse präsentiert.

Ebenfalls zum 18. April 2020 wurde auf dem neuen, von Giulio Salvati ins Leben gerufene Internetportal www.erding-geschichte.de ein Dokumentarfilm angeboten, welcher die historischen Hintergründe ausführlich beleuchtet und zusammen mit dem Militärhistoriker Thorsten Blaschke neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Zeitzeugenberichte vermittelt.

Am 3. April wäre im Museum Erding parallel für die laufende Sonderausstellung zu den Heimatvertriebenen in Stadt und Landkreis Erding die Ergänzungsausstellung „Erding 1945 – wessen Heimat?“ eröffnet worden. Der Erdinger Historiker Giulio Salvati kuratierte die Ausstellung. Wolfgang Fritz hätte sie mit Holzskulpturen seiner Serie "Verwachsungen" künstlerisch ergänzt. Durch die Ausstellung sollten Forschungsergebnisse zum Kriegsende und der Nachkriegszeit sowie die Thematik der Fremd- und Zwangsarbeiter in der Region wissenschaftlich und künstlerisch öffentlich gemacht werden.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm sollte die Ergänzungsausstellung begleiten, darunter eine öffentliche Veranstaltung auf dem Schrannenplatz, um an die über 120 Opfer in Erding zu erinnern, die am 18. April 1945 beim Luftangriff auf die Altstadt zu Tode kamen. Interessenten steht dafür nun die Veranstaltung virtuell im Internet zur Verfügung.

Die Idee zu der Ausstellung entwickelte sich durch einen Zufall: Der Oberdinger Holzbildhauer Wolfgang Fritz kontaktierte 2018 den Erdinger Historiker Giulio Salvati (New York Universität), da er auf die Spuren eines ehemaligen Notzinger Zwangsarbeiters gestoßen war. Zusammen entwickelten sie eine Ausstellungsidee mit künstlerischem und historischem Ansatz für das Museum Erding. Wann die Ausstellung nach der Corona-Krise eröffnet werden kann, steht allerdings noch nicht fest.

Kontakt zu Giulio Salvati: giulio.salvati@nyu.edu
(Telefon: 08122 59832)

Historiker Giulio Salvati forscht zum Thema „Erding 1945 – wessen Heimat?“ (Foto: Museum Erding)